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Erklärung der Vielen in Schleswig-Holstein

Mit der Erklärung der Vielen wollen die Unterzeichnenden den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen populistische sowie völkisch-nationalistische Strömungen deutlich machen.

Wenn auch Sie die Erklärung der Vielen für Schleswig-Holstein als Privatperson oder im Namen einer Institution unterzeichnen wollen, erklären Sie bitte Ihre Unterzeichnung unter Angabe der Institution und einem Ansprechpartner oder Ihrem Namen per Mail an dievielenlandeskulturverband-sh.de.

Die Unterzeichnerliste und die Erklärung der Vielen für Schleswig-Holstein finden Sie im Netz unter www.landeskulturverband-sh.de/erklaerung-der-vielen.

Dieses Serviceangebot des Landeskulturverbands Schleswig-Holstein e.V. bleibt  bis zum Ende der bundesweiten Kampagne bestehen und orientiert sich an den Vorgaben der Kampagnenleitung, mit der wir im Namen aller Schleswig-Holsteiner*innen in Kontakt stehen.

Die Erklärung für Schleswig-Holstein mitsamt der Unterzeichnerliste wird in Kürze auch auf der offiziellen Kampagnenhomepage www.dievielen.de veröffentlicht. Sobald sie dort zu finden ist, können sie diese alternativ auch per Mail unter Nennung des Namens der Institution und Ortsangabe, der unterzeichnenden Leitung und einer Kontaktperson inklusive einer aktuellen Mailadresse an erklaerungdievielen.de unterzeichnen.

Schleswig-Holsteiner Erklärung der Vielen

Kunst schafft Raum zur Veränderung der Welt

Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Künstler*innen und Kulturschaffende.

Wir Schleswig-Holsteiner*innen stehen in einer besonderen Tradition und Verpflichtung - Unser Bundesland kennt mit seiner bewegten Geschichte und der bedauernswerterweise besonderen Bedeutung für das nationalsozialistische Regime die Schrecken von Propaganda, Verfolgung und Krieg. Schon oft haben wir uns zur Wehr gesetzt und aktiv neue Gemeinschaften geschlossen und sind mit Fremden zu Freunden geworden. Kulturelle Vielfalt und Minderheitenschutz werden von uns gelebt, von der Landesverfassung ausdrücklich geschützt und durch die deutsch-dänischen Beziehungen befördert. Auch die Herausforderungen des Erhalts einer aktiven demokratisch-freiheitlichen Gemeinschaft im ländlichen Raum und die manchmal nicht idealen Schaffensverhältnisse durch weniger Menschen auf großer Fläche kennen wir gut – Egal ob Minderheiten oder Migrant*innen, ob in der Stadt oder auf dem Land –hier soll niemand auf der Strecke bleiben.

Heute begreifen wir Kunst, Kultur und Einrichtungen wie Museen, Theater, Ateliers, Clubs und alle öffentlichen Orte als offene Räume, die allen gehören.

Unsere Gesellschaft ist eine plurale Gemeinschaft. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und müssen im Dialog zueinander finden. Demokratie ist ein dauerhafter Aushandlungsprozess – stets unter der Voraussetzung: Es geht um Alle. Um jede*n Einzelne*n! Demokratie muss bedeuten, Meinungs- und Kunstfreiheit zu garantieren und damit dem Andersdenken Raum zu geben und Kritikfähigkeit zu stärken.

Die rechtspopulistischen und nationalistischen Bewegungen und Inhalte, die aktiv Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreifen, stehen der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechtsextreme Gruppierungen und rechtspopulistische Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Künstler*innen, mit allen Frei- und Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der Schleswig-Holsteinischen Theater, Kunst- und Kultur-einrichtungen und ihrer Interessensverbände begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über diese rechten Strategien. Sie gestalten den Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser und Institutionen den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische und freiheitliche Gemeinschaft fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnende bieten kein Podium für Rechtsextremismus und jede Form nationalistischer Propaganda und Einflussnahme.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen und Rechtspopulisten ab, Kulturveranstaltungen und -Organe für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit allen Menschen, die durch eine rechtsextreme und rechtspopulistische Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Selbstverpflichtung

  1. Als Unterzeichner*innen sind ausschließlich Kultureinrichtungen, Kunst-institutionen, Theater, Museen und ihre Interessensvertretungen oder Verbände angefragt.
  2. Mit der Unterzeichnung erklären sich die Leitungspersonen oder das Leitungsteam bereit, den Text der Erklärung innerhalb der eigenen Orga-nisation unter Mitarbeiter*innen, Ensemblemitgliedern, Kurator*innen, Publikum und Besucher*innen bekannt zu machen und zur Diskussion zu stellen.
  3. Die Erklärung wird auf der Internetseite, im Programmheft, als Aushang im Foyer oder jeder weiteren denkbaren adäquaten Form veröffentlicht.
  4. Die unterzeichnenden Kultureinrichtungen werden auf der Homepage www.dievielen.de sichtbar gemacht. Eine Verlinkung ist gewünscht.
  5. Die golden–glitzernde Rettungsdecke, das Symbol der Vielen, soll je nach Corporate Design der Einrichtung Anwendung im Zusammenhang mit der Erklärung finden – ob als Fahne, Layout-Hintergrund, als Icon oder golden-glänzend hinterlegte Schrift (Tool-Kit wird bereitgestellt).
  6. Die Unterzeichnenden bereiten Informationsveranstaltungen, Gespräche und Aktivitäten im Sinne der vier Handlungsebenen der Erklärung vor, die Termine werden gemeinsam über www.dievielen.de oder über den Landes-kulturverband Schleswig-Holstein kommuniziert.
  7. Im Rahmen der eigenen Pressearbeit und Social Media werden die Erklärung und die Kampagne mit Stichtag zum 04. Dezember veröffentlicht. Auf diese Weise soll weitere Aufmerksamkeit für die Sache generiert werden. Gerne darf auf den Landeskulturverband als Kontakt für Informationen und Teilnahme verwiesen werden. Aktionen zum Kampagnenstart wie das Hissen der goldenen Rettungsdecken an den Kulturorten, erste Informations-veranstaltungen, Lesungen oder andere Formate sind willkommen und werden selbstständig realisiert und gemeinsam koordiniert.
  8. Die Kampagne zur Erklärung der Vielen hat einen regionalen Charakter und wird über regionale Zusammenschlüsse von Kultureinrichtungen als „Hamburger, Kölner, Dresdener uvm. Erklärung der Vielen“ bundesweit verbreitet.
  9. Neben den unterzeichnenden Kultureinrichtungen können ab dem Tag der Erstveröffentlichung in einer Region auch Einzelpersonen und Künstler*innengruppen ihre Zustimmung als Unterstützende per Mail an unterstuetzungdievielen.de erklären. (Kultureinrichtungen können sich als Unterzeichnende natürlich auch noch nach dem 04. Dezember mit der Erklärung unter dievielenlandeskulturverband-sh.de verbinden.)
  10. Die unterzeichnenden Einrichtungen beteiligen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv mit eigenem Engagement an der bundesweiten Kampagne. Sie umfasst unter anderem Aktionstage, Dialogforen und die Mobilisierung zu einer „Glänzenden Demonstration der Kunst und Kultur – Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!“ in Berlin zum Mai 2019 (voraussichtlich Samstag, den 18. Mai 2019)
  11. Die Unterzeichnenden verpflichten sich zu gegenseitiger Solidarität mit Kultureinrichtungen und Akteur*innen der Künste, die durch Hetze und Schmähungen unter Druck gesetzt werden.
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